Die 4 F-Reaktionen bei Stress

Nicht zu verwechseln mit „3F“… Ihr wisst schon, die 3F-Grußkarte: Ficken, Fressen, Faulenzen… :-D

 Die 4 F sind die evolutionär verankerten Reaktionen auf STRESS im Sinne von ANGST. Dabei ist es egal, ob man ein Stichling ist, ein Falke, ein Labrador-Welpe, oder ein Mensch.

1 F       -          FIGHT                       Angriff ist die beste Verteidigung.

Es gibt Formen „sicheren Angriffes“ und „unsicheren Angriffes“… bei Hunden zum Beispiel ist dies an der Maulspalte, an der Belastung der vorderen oder hinteren Läufe, an der Stirn, der Größe der Augen, an der Stellung der Ohren und der Rute zu sehen… Ist bei Menschen schwieriger ;-) . Aber ob Einer blufft oder echt stinkig ist, kann man an verschiedenen anderen Indizien genauso sehen. Im Menschenreich, wie im Tierreich gilt: Weniger ist ernster. Wer groß rumschreit oder rumbellt, der blafft (noch). Wer den Kopf senkt und mit den Pfoten scharrt, beziehungsweise den Mund öffnet, um etwas vernichtendes zu sagen, ist ungleich gefährlicher. Denn er meint es ernst und wird nicht mehr lange rumfackeln.  FIGHT ist die beliebteste Form des Umganges mit Stress zum Beispiel bei Stichlingen und Falken. Die hauen immer gleich ungefiltert und blind auf alles drauf, insbesondere untereinander ist jede Begegnung gleich tödlich, wenn die Rangfolge nicht von vorneherein geklärt ist. Gottseidank gibt es Formen mit unterschiedlicher Herangehensweise… Sonst hätte sich die gesamte Evolution schon kurz mach dem Urknall gegenseitig umgebracht. Amöbe gegen Amöbe. PUFF.

2 F       -          FLIGHT                     Flucht.

Nichts wie weg. Wenn man keine Chance hat, wenn man sich unterlegen sieht oder genetisch benachteiligt ist, bleibt nur eines: schneller sein als die Gefahr. Klassische Fluchttiere sind Antilopen, Eichhörnchen, Mäuse und Rehe… Auch bei Menschen ist dieses Verhalten wohlbekannt. Wenn es ein Mann ist, der da auf der Flucht ist, hagelt es Kosenamen hinter ihm her, wie „Feigling“, wenn er vor einem Mann flieht und „Beziehungs-Phobiker“, wenn er vor einer Frau flüchtet. :-D FLIGHT ist oft mit FIGHT gekoppelt, die Namensgleichheit ist ja fast schon frappierend. Viele Menschen kennen nur den Modus „Angriff“, oder wenn der nicht geraten ist, oder nichts wird, dann „Flucht“…

3 F       -          FREEZE                    Erstarren und sich unsichtbar machen.

Einfach keine Bewegung mehr zu machen und sich tot zu stellen ist eine beliebte Taktik von z.B. Hasen und Leguanen. Mit der Umgebung in voller Bewegungsunfähigkeit zu verschmelzen und keinen Beute-Reflex auszulösen sichert Ihnen das Überleben, weil sie auf dem Speiseplan der Jäger stehen. Es gibt auch bestimmte Menschen, die ein solches Sich-tot-stellen oder Sich-dumm-stellen an sich haben. Das ist sehr unerotisch und führt in der Regel genau zu dem, was diese Hasenfüsse eben vermeiden wollen: zur Eskalation. Menschen wollen sich aneinander reiben, um zu wachsen, oder um unklare Strukturen zu festigen. Jemand, der sich tödlich verängstigt entzieht, indem er mit dem Sofa zu verschmelzen versucht, ist kein schöner Sparingspartner in einem Konflikt.

4 F       -          FLIRT                        Kommunikation.

Zu kommunizieren empfinden viele Lebensformen als vordergründig de-eskalierend. Interessanterweise lösen Tiere, insbesondere Säugetiere wie Katzen und Hunde ihre Konflikte weitaus rationaler und unemotionaler, als der ach-so-rationale Mensch, der schlaue. Sie haben ganz klare Signale, die streng ritualisiert sind, sowohl innerhalb einer Gattung, als auch innerhalb eines Rudels. Die „weiße Fahne“ ist dabei nur eines von vielen möglichen Kommunikationsmitteln. Menschen neigen eher zu „Angriff“ (Dominanz) und „Flucht“ (Entzug) als zu abgestuften Bekundungen von Dominanz und Subdominanz. Dann lieber noch Tot-stellen und darauf hoffen von einem dominanten Partner „verschont“ und „gerettet“ zu werden.

Wenn ich in STRESS gerate, weil mich einer gleich mit Pyramiden und Schneebällen bedonnert, also genau das mit mir tut, was er von mir keineswegs erleben will, bzw. es ja erst etabliert, obwohl er es angeblich nicht haben will, dann neige ich zu FLIRT. De-eskalierende, besänftigende Kommunikation. Ich merke dann, wie ich mich beginne immer unwohler zu fühlen und dass ich, wenn man es mal ganz ehrlich betrachtet, gerade ganz herzhaft herumschleime und wieder “nett” erscheinen zu dürfen. Ist ja widerlich, gell ;-) . Des mach ma nimmer, na, des mach ma ned… :-D

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